Die Studien

Studien zum Bewegungsapparat
Studien zur Körperchemie
Studien zum Immunsystem
Studien zum Alterungsprozess

Die ersten wissenschaftlichen Texte zu Tai Chi entstanden um 1929 in chinesischer Sprache. 1981 wurden im American Journal of Chinese Medicine die Ergebnisse früherer Studien erstmals einem breiten internationalen Publikum zugänglich gemacht. Doch erst ab dem Jahr 2000 wuchs die Zahl der meist aus dem asiatischen Raum stammenden Studien sprunghaft an. Eine umfangreiche Übersicht über die bisherigen Studien bietet das Themenheft »Taijiquan und Gesundheit« von Martin Bödicker. Nachfolgend Auszüge aus einem Artikel von Dr. Michael Wenzel in »Taijiquan und Gesundheit«, der die bis dato veröffentlichten Studien zusammenfasst:

 

Studien zum Bewegungsapparat

»Mediziner (halten) Taijiquan im Vergleich zu anderen Sportarten für besonders schonend für Knochen und Gelenke, da eine Streck-, Beuge- oder Drehbewegung stets unter dem maximal möglichen Wert bleibt« (S.10)

»Taijiquan ist ein besonders wertvolles, therapeutisch nutzbares Bewegungssystem, da hier die Muskulatur als Ganzes trainiert wird, ohne einzelne Muskeln aus ihrem Umfeld zu isolieren. Der ganzheitliche Ansatz zeigt sich auch darin, dass Taijiquan ein Bewusstsein für Körperhaltungen und -bewegung fördert, das muskulären Dysbalancen entgegenwirkt und auf Dauer verhindert.« (S. 11)

 

Studien zur Körperchemie

»Schon seit längerem weiß man, dass Taijiquan beruhigt, Stress abbaut und Angstzustände verhindern kann. Tatsächlich konnte ein Zusammenhang mit der hormonellen Steuerung des menschlichen Verhaltens hergestellt werden: Nach dem Training ließen sich bei Taijiquan-Übenden verringerte Cortisolmengen nachweisen (S.16). Auf der anderen Seite erhöht sich der Spiegel bestimmter Hormone um das Fünffache (S.17). Einige dieser Botenstoffe, wie zum Beispiel Serotonin, wirken als körpereigene ›Muntermacher‹ – sie entspannen, heben die Stimmung und erhöhen die Schmerztoleranz.« (S.13)

 

Studien zum Immunsystem

»Nach zwei Monaten täglichen Übens für eine Stunde wiesen Männer und Frauen einen höheren Immunglobulin-Spielgel auf als vorher. Aus dieser Beobachtung schlossen die Autoren, dass regelmäßiges Taijiquan-Training die Funktion des Immunsystems verbessert.« (S.13)

»1995 erschien eine wegweisende Studie, in der die Aktivität von NK-Zellen untersucht wurde (S.15). (...)   Sie bilden die angeborene ›Vorhut‹ der zellulären Abwehrmaschinerie des Körpers und dienen dazu, antikörpermarkierte Fremd- und Tumorzellen zu vernichten. (...) Bei einer Untersuchung zeigte sich, dass in ihrem Blut nach 20 Minuten Form – und auch noch zwei Stunden danach – die Anzahl und Aktivität der NK-Zellen deutlich erhöht waren.« (S. 15)

 

Studien zum Alterungsprozess

»Ein taiwanesisches Forscherteam führte mehrere Studien an älteren Menschen durch, die in den Jahren 1993 bis 2000 veröffentlicht wurden. (...) Die Taijiquan-Gruppe zeigte eine deutlich größere Beweglichkeit im Rumpfbereich (...) (sie) hatten zudem einen niedrigeren – und damit gesundheitlich vorteilhafteren – Körperfettanteil. Unter Belastung war ihre maximale Sauerstoffaufnahme fas 20 Prozent höher als bei Nichtsportlern.« (S. 15)

Neben diesen eher allgemeinen Studien existiert eine große Zahl von Studien, die sich mit Tai Chi als Anwendung in der Therapie beschäftigen. Darin wird auf die gesundheitsfördernde Wirkung bei speziellen Krankheiten wie beispielsweise Osteoporose, Gelenkrheuma oder Herzerkrankungen eingegangen.

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